Deutscher Kongress für Geographie 2017

Eine Welt in Bewegung • Erforschen - Verstehen - Gestalten
30.9. – 5.10.2017 / Eberhard Karls Universität Tübingen

Deutscher Kongress für Geographie 2017

Eine Welt in Bewegung • Erforschen - Verstehen - Gestalten
30.9. – 5.10.2017 / Eberhard Karls Universität Tübingen

Kongressdetails

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Sonderveranstaltungen

Podiumsdiskussion mit Kurzstatements
Samstag, 30. September 2017 | 10:15–11:45 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Paul Reuber (Münster), Thomas Bürk (Hamburg) 

Podiumsgäste
Michael Müller, Daniel Mullis, Mathias Rodatz (Frankfurt a. M.)

25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung erstarken auch in der Bundesrepublik (z. B. mit PEGIDA und der AfD) rechtspopulistische Bewegungen und Parteien, und es zeichnen sich Entwicklungen ab, die bereits seit zwei Jahr-zehnten in vielen anderen europäischen Ländern, etwa mit der Front National in Frankreich oder der österreichischen FPÖ virulent sind. Vor diesem Hintergrund werden Rechtsradikalismus, „Nationalsozialistischer Untergrund“, militanter Patriotismus und andere Formen neo-nationalistischen Aktivismus mit ihren zum Teil rassistischen und/oder völkischen Raumkonstruktionen auch in der kritischen und politischen Geographie zunehmend zum Diskussions- und Forschungsgegenstand, wie beispielsweise „geo“-politische Diskurse und Praktiken, die im rechten Milieu zu einem zentralen Mittel der Produktion sozialer Exklusion geworden sind. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Podiumsdiskussion die gesellschaftlichen Herausforderungen und die Forschungsfelder und Interventionsmöglichkeiten für eine kritische, politische Geographie auszuloten.

Workshop zur Transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung
Samstag, 30. September 2017 | 13:45–15:15 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Referent/innen
Thomas Potthast (Tübingen), Ludger Eltrop (Stuttgart), Marius Albiez, Andri König, Jeannine Tischler (Tübingen)

Die Folgewirkungen des menschlichen Energiekonsums machen die Energiewende zu einer zentralen Herausforderung des 21. Jahrhunderts mit Bezug auf gesellschaftliche Naturverhältnisse. Wichtige Beiträge werden dabei auf lokaler Ebene geleistet. Vor diesem Hintergrund ist ein Zusammenschluss von Wissenschaft und Praxis geboten, um eine wirksame Umsetzung Nachhaltiger Entwicklung voranzutreiben. 

Dabei spielen innovative Ansätze aus der inter- und transdisziplinären Forschung eine zentrale Rolle. Diese sollen in der vorliegenden Fachsitzung mithilfe partizipativer Ansätze vorgestellt und diskutiert werden, um die Möglichkeit zu bieten, direkt praktische Erfahrungen aus der transdisziplinären Arbeit zu sammeln.

Im Workshop arbeiten und diskutieren Forschende unterschiedlicher Fachdisziplinen, Bürgervertreter/innen und Praxispartner/innen gemeinsam. Grundlage bilden Erkenntnisse und Erfahrungen aus der täglichen Arbeit des Forschungsprojekts Energielabor Tübingen und der jeweiligen Akteursperspektive. Vorgesehen sind je drei Gesprächseinheiten zu folgenden Zielen und Herausforderungen:

a) Wie sieht eine interdisziplinär ausgerichtete Wissenschaft zur nachhaltigen Energiewende aus?

b) Wie gelingt darüber hinaus eine transdisziplinär ausgerichtete Wissenschaft zur nachhaltigen Energiewende?

c) Wie sehen erfolgversprechende Partizipationsformate in der wissenschaftlichen Projektarbeit aus?

VGDH Sondersitzung
Sonntag, 1. Oktober 2017 | 12:00–13:30 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Vorstand des VGDH
Sybille Bauriedl (Bonn), Judith Miggelbrink (Leipzig), Antje Schlottmann (Frankfurt a. M.)

Leiterinnen
Sybille Bauriedl (Bonn), Judith Miggelbrink (Leipzig), Antje Schlottmann (Frankfurt a. M.)

Podium
Martina Neuburger (Hamburg), Ilse Helbrecht (Berlin), Britta Klagge (Bonn), Beate Michalzik (Jena)

Zum DKG 2015 hat der VGDH eine Studie und Empfehlungen zur „Geschlechtergleichstellung in der Hochschulgeographie“ vorgelegt (http://vgdh.geographie.de/geschlechterungerechtigkeit-in-der-geographie-studie-jetzt-online/) und zur Diskussion gestellt. Sie richten sich an den VGDH-Vorstand, Arbeitskreise, Herausgeberinnen von Fachzeitschriften und Hochschulinstitute. Der DKG 2017 bietet die Gelegenheit, sich über die Rezeption der Handlungsempfehlungen auf Institutsebene auszutauschen. Welche Umsetzungschancen haben die Handlungsempfehlungen für eine positive Entwicklung der Geschlechtergerechtigkeit auf Institutsebene? KollegInnen von Instituten unterschiedlicher Größe und aus unterschiedlichen Bundesländern berichten von ihren Erfahrungen mit Auswahlverfahren, als InstitutsvertreterInnen und ihren eigenen Karrierewegen, ihren Einschätzungen zu Potentialen, Hemmnissen und unterstützenden Strukturen. Die anschließende offene Diskussion verfolgt die Ziele, sich über die Umsetzung von Gleichstellungsstrategien auszutauschen sowie die Empfehlungen zu verbreiten, ggf. zu revidieren und zu erweitern. Die Sitzung findet als brown bag-Veranstaltung in der Mittagspause des DKG statt.

Podiumsdiskussion
Sonntag, 1. Oktober 2017 | 13:45–15:15 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Sybille Bauriedl (Bonn), Petra Döll (Frankfurt a. M.)

Podium
Endlicher (Berlin),  Andrea Koch-Kraft (Bonn), Patrick Sakdapolrak (Wien/AT), Susann Schäfer (Jena), Jürgen Scheffran (Hamburg), Ute Wardenga (Leipzig)

Die zunehmende Aufmerksamkeit für komplexe Wechselwirkungen zwischen globalen Umweltveränderungen und gesellschaftlichen Dynamiken hat in den letzten Jahren zur umfangreichen Förderung interdisziplinärer Umweltforschung geführt (vgl. Programme zu Klimaforschung, Transformationsforschung, sozial-ökologische Forschung, Nachhaltigkeitsforschung). Diese Entwicklung befördert auch Ansprüche an eine Integrative Geographie. Viele Geograph/innen verstehen sich als Vermittler/innen zwischen sozial- und naturwissenschaftlichen Zugängen in interdisziplinären Forschungsprojekten („Schnittstellenforschung“). Entspricht diese Einschätzung der interdisziplinären Forschungspraxis? Diese zeigt sich aktuell in der ganzen Breite von einem arbeitsteiligen, multidisziplinären Nebeneinander verschiedener Ansätze und Methoden bis zur integrativen Entwicklung neuer Forschungskonzepte und -theorien (vgl. New Materialism).

Auf dem Podium werden Erfahrungen mit interdisziplinären Forschungsprogrammen aus der Perspektive unterschiedlicher Fachrichtungen der Geographie vorgestellt, die an zurückliegende Diskussion anknüpfen (vgl. Müller-Mahn/Wardenga (Hg.): Möglichkeiten und Grenzen integrativer Forschungsansätze in Physischer Geographie und Humangeographie. 2005. IfL-Forum).

Sonderformat Fishbowl-Diskussion
Montag, 2. Oktober 2017 | 10:15–11:45 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Laura Gebhardt, Daniel Ehebrecht, Eva Fraedrich (Berlin)

Diskussion
Sebastian Rolfsmeier (Berlin), Thomas Klinger (Frankfurt a. M.), Jessica Le Bris (München), Raphaela Kogler (Wien/AT), Gregor Waluga (Wuppertal), Gesa Matthes (Hamburg)

Im Mittelpunkt der Session steht eine kritische Reflexion und Diskussion zu methodischen Potenzialen und Herausforderungen der qualitativen Forschung in der sozialwissenschaftlichen Verkehrsforschung, um damit verbundene Ansprüche, Bedingungen und Herausforderungen zu hinterfragen. Die Sitzung bietet Raum für Präsentation und Diskussion von forschungspraktischen Erfahrungen bei der Anwendung qualitativer Methoden auf verkehrsbezogene Fragestellungen: 

  • Welche qualitativen Methoden sind besonders geeignet für die Integration in die bisher stark quantitativ geprägte Verkehrsforschung? Welche methodischen Weiterentwicklungen müssen ggf. erfolgen? Welche neuen Themenfelder lassen sich mit solchen Methoden erschließen?
  • Welcher spezifische Nutzen und welche Herausforderungen sind mit der Anwendung qualitativer Methoden in der Verkehrsforschung verbunden?
  • Welcher Mehrwert entsteht durch die Nutzung neuer Methoden (z. B. partizipative Ansätze) und Kombinationen (mixed methods) für die Verkehrsforschung? Welchen Beitrag können neue Medien und Technologien dabei leisten?

Sechs qualitative Forscher/innen werden in Form eines Impulsbeitrages diese und weitere Fragen adressieren und in einer anschließenden Fishbowl-Diskussion mit den Workshopteilnehmenden diskutieren.

Podiumsdiskussion
Montag, 2. Oktober 2017 | 13:45–15:15 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Georg Glasze (Erlangen-Nürnberg), Marc Boeckler (Frankfurt a. M.)

Programm
Was sind „Digitale Geographien“? Was können „Digitale Geographien“ leisten? Wie sollen „Digitale Geographien“ betrieben werden? Was ist das gesellschaftlich Neue, das die Rede von "Digitalen Geographien" legitimiert? Kann überhaupt sinnvoll von "Digitalen Geographien" gesprochen werden, wenn das Digitale ubiquitär geworden ist und alle humangeographischen Teildisziplinen durchdringt?

In kurzen Impulsbeiträgen und der anschließenden Diskussion werden die Implikationen unserer digital gewordenen Gesellschaft für die Geographie als Disziplin thematisiert und dabei auch die Möglichkeiten einer „digitalen Geographie“ als eigenständige geographische Teildisziplin problematisiert, weitergedacht oder ggf. verworfen.

Digitale Geomedien – Partizipation im Zwischenraum
Inga Gryl (Duisburg/Essen)

Digitale Geographien – zwischen kritischer Distanz(ierung) und analytischen Potenzialen
Paul Reuber (Münster) 

Das neue Interesse an digitalen Ortsmodellen
Christoph Schlieder (Bamberg) 

Digitale Geographie – Schon real oder doch noch virtuell?
Harald Sterly (Köln) 

Digital for development? – zur Bedeutung einer kritischen Geographie des Digitalen im Globalen Süden
Julia Verne (Bonn) 

Podiumsdiskussion
Montag, 2. Oktober 2017 | 15:30–17:00 | NA-Gsen (Neue Aula) 

Veranstalter
Wissenschaftlicher Beirat des VGDH 

Leitung
Boris Braun (Köln)

Podium
Hans-Heinrich Blotevogel (Wien/AT), Jucundus Jacobeit (Augsburg), Elmar Kulke (Berlin), Ute Wardenga (Leipzig), Harald Zepp (Bochum)

Begutachtungen bestimmen heute immer größere Teile des Alltags von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Gutachten haben in der Wissenschaft wichtige Funktionen, zum Beispiel im Rahmen von Berufungsverfahren, aber auch bei Peer-Reviews von Publikationen sowie bei der Entscheidung über die Mittelvergabe für Forschungsvorhaben. Immer häufiger müssen sich Gutachten von Geographinnen und Geographen in interdisziplinären Zusammenhängen bewähren. Was ist dabei zu bedenken? Wie ist die Begutachtungskultur im Fach vor dem Hintergrund ihrer zunehmenden Bedeutung zu bewerten? Wie lassen sich die intendierten Ziele durch die Formulierung von Gutachten auch tatsächlich erreichen? Welche Maßstäbe werden an Gutachten angelegt? Wie lässt sich die Begutachtung in der Geographie auch in strategischer Hinsicht optimieren? Die Podiumsdiskussion mit erfahrenen Gutachterinnen und Gutachtern soll Antworten auf diese Fragen finden, auch und vor allem im Hinblick auf den wissenschaftlichen Nachwuchs. Thematisiert werden sowohl Begutachtungen für Berufungsverfahren als auch für Forschungsanträge und Paper-Veröffentlichungen.

Präsentation und Workshop zum Einsatz von digitalen Geomedien im Schulunterricht
Dienstag, 3. Oktober 2017 | 12:30–13:30 Uhr | NA-Gsen (Neue Aula)

Veranstalter
Kaya Sittard, Michael Marz (Esri Deutschland GmbH)

Im Zuge der „Koalition für digitale Kompetenzen und Jobs der Europäischen Kommission“ hat Esri ein Schulprogram ins Leben gerufen, das die digitale Bildung in Europas Schulen beflügelt. Mit ArcGIS analysieren Schüler die Fragestellungen verschiedenster Fächer und erwerben so Fähigkeiten im räumlichen Denken und relevante digitale Kompetenzen für ihre spätere Karriere.

Alle Schulen in Deutschland können sich kostenfrei für einen Schulaccount bei ArcGIS Online registrieren. In einem eigenen passwortgeschützten Bereich können Jugendliche beispielsweise in der Gruppe Daten im Gelände erfassen und simultan in einer gemeinsamen Karte zusammenführen. Projektarbeiten können mittels intuitiver Vorlagen präsentiert und geteilt werden.

Darüber hinaus stehen Lehrern zahlreiche vorgefertigte Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Ein schneller Start, ohne Registrierung mit intuitiver Gestaltung, reduziert die Hürde mitzumachen und notwendige Vorkenntnisse auf ein Minimum.

Unterschiedliche Unterrichtsmaterialien und die Einsatzmöglichkeiten eines Schulaccounts werden live vorgestellt. Im Anschluss stehen die digitalen Geomedien zum Test bereit, wir beantworten alle Fragen.