Deutscher Kongress für Geographie 2017

Eine Welt in Bewegung • Erforschen - Verstehen - Gestalten
30.9. – 5.10.2017 / Eberhard Karls Universität Tübingen

Deutscher Kongress für Geographie 2017

Eine Welt in Bewegung • Erforschen - Verstehen - Gestalten
30.9. – 5.10.2017 / Eberhard Karls Universität Tübingen

Kongressdetails

World Café (WOC)

Die World-Café-Methode ermöglicht es, verschiedene Herangehensweisen, Ziele und Forschungsfragen zu diskutieren, die im Rahmen des jeweiligen Leitthemas für unser Fach von Interesse sein können. Das Format ist bewusst niedrigschwellig angelegt und soll dazu anregen, Forschungsagenden und Zukunftsfragen unseres Faches auf den Punkt zu bringen. Und zwar mithilfe von Cafégästen unterschiedlicher Teildisziplinen.

Samstag, 30. September 2017 | 15:30–17:00 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Der demographische Wandel hat die meisten Länder des globalen Nordens längst ereilt. Die Gesellschaften werden älter und schrumpfen, die Menschen leben singularisierter, gleichzeitig schreiten die Heterogenisierung und Pluralisierung von Lebensstilen voran. Die soziale Polarisierung und Fragmentierung nehmen zu, die Disparitäten zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen verschärfen sich.

Inhaltlich anknüpfend an den Keynotevortrag von Michael Samers „Migration, demography and their political technologies“ sollen die Chancen und Herausforderungen des demographischen Wandels und der Zuwanderung diskutiert sowie politische Steuerungsinstrumente und Integrationskonzepte kritisch reflektiert werden.

Sonntag, 1. Oktober 2017 | 10:15–11:45 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Die Urbanisierung der Welt schreitet fort und damit auch die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Somit werden Städte zu einem wesentlichen Austragungsort des Strebens der Vergrößerung individueller, aber auch gemeinschaftlicher Lebenschancen. Entwicklungen wie Shopping Malls, Urban Entertainment Center, Gated Communities, aber auch Urban Gardening, gemeinschaftliche Wohnformen, die Ergebnisse von Gentrifizierungsprozessen, die zunehmende Bedeutung von Online-Handel wie auch die wachsende Präsenz von Bürgerinitiativen sind Elemente im aktuellen Entwicklungsspektrum urbaner Räume. Diese lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven in verschiedener Weise beleuchten und bewerten.

An den Keynote-Vortrag von Tim Hall „Urban Futures – Challenges and Responses“ anschließend, sollen die aktuellen Entwürfe der Zukunft der Stadt wie etwa Smart Cities oder die Nachhaltige Stadt diskutiert werden. Dabei soll auch berücksichtigt werden, ob und inwiefern neue Governance-Formen sinnvollerweise zu entwickeln sind.

Sonntag, 1. Oktober 2017 | 13:45–15:15 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Wir alle stehen heute vor enormen Herausforderungen in den Bereichen Klima, Energie, Ernährung und Gesundheit. Schlagworte wie Klimaänderungen, Georisiken, Bodenschutz, Landmanagement, Ressourcennutzung, Artensterben, Biodiversität und Nachhaltigkeit sind längst in den alltäglichen Gebrauch übergegangen und fester Bestandteil lokaler, regionaler und globalen Planungen. Zweifellos, unsere Umwelt ist in Bewegung. Dennoch sind es häufig andere Fragen, die uns im Inneren bewegen. Arbeit, Sicherheit, Wohlstand und Gerechtigkeit zählen dazu. Wie kann man diese Aspekte verbinden? Welche Wechselwirkungen sind relevant? Und wie kann eine gemeinsame Zukunft von Mensch und Umwelt auf unserem Planeten gestaltet werden? 

Ausgehend von dem Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Luca Montanarella „The assessment of global land degradation and restoration for achieving the Sustainable Development Goals” geht das World Cafe „Umwelt in Bewegung“ diesen Fragen entlang der SDGs (Sustainable Development Goals, nachhaltige Entwicklungsziele für unseren Planeten, formuliert von den Vereinten Nationen) nach und versucht Antworten zu formulieren.

Sonntag, 1. Oktober 2017 | 15:30–17:00 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Was sind Wesen, Formen und zeitliche Merkmale von sozialem Wandel? Welche räumlichen Implikationen haben aktuelle Trends des sozialen Wandels? Wie beeinflusst die Zunahme der Wissensintensität Standortsysteme und Produktionsmodelle der Wirtschaft? Inwiefern bedingen sich sozialer und wirtschaftlicher Wandel wechselseitig? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des World Cafés zum Leitthema „Wirtschaftlicher und sozialer Wandel“. Ausgehend von aktuellen Ereignissen und den thematischen Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des World Cafés sollen ausgewählte Aspekte des wirtschaftlichen und sozialen Wandels diskutiert werden.

Das World Café „Wirtschaftlicher und sozialer Wandel“ setzt am Keynote-Vortrag von Prof. Ted Schatzki „Materiality, abstract relations and social change“ an und thematisiert insbesondere den Beitrag der Geographie zu Fragen des wirtschaftlichen und sozialen Wandels. Es diskutiert, wie sich unser Fach inhaltlich noch besser in die öffentlichen Debatten in diesem Bereich einbringen kann. In diesem Zusammenhang stellt sich u.a. die Frage nach künftigen Forschungsagenden in der Geographie.

Montag, 2. Oktober 2017 |10:15–11:45 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Wie kann die Nutzung der Natur durch den Menschen nachhaltig gestaltet werden? Provokant gefragt: Ist die Nachhaltigkeit in Anbetracht des Paradigmenwechsels zu „Peak Oil“ oder „Peak Phosphorus“ überhaupt zwingend notwendig? Wie wirken sich die Grenzen der Nutzbarkeit von Natur beispielsweise im Fall von Naturgefahren auf die gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse aus? Verstärkt die globale Ungleichverteilung von Regionen, die von Naturkatastrophen betroffen sind, gesellschaftliche Disparitäten und welche Rolle spielen dabei politisch gewollte Manipulationen der Mehrheitenbildung (engl. „Gerrymandering“)? Ausgehend von der sowohl human- als auch physisch geographischen Expertise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des World Cafés soll die Auseinandersetzung mit der wechselseitigen Beziehung von Natur und Gesellschaft erfolgen.

Das World Café Natur und Gesellschaft (LT5) bezieht sich auf den Keynote-Vortrag von Frau Prof. Susan Cutter mit dem Titel „Gerrymandered Risk – The Changing Context of Hazards and Disasters“. Der Vortrag thematisiert den notwendigen Perspektivenwechsel weg vom reinen Katastrophenmanagement hin zu einer integrierten Wissenschaft der Naturgefahren und einem praktischen Blickwinkel, die beide zur Entwicklung einer resilienten und sozial gerechten Zukunft beitragen.

Montag, 2. Oktober 2017 | 13:45–15:15 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Grundlage der Diskussionen im World Café im Leitthema 6 ist der methodische Schwerpunkt der räumlichen Analyse. Hier spielen Aspekte der „Digitalisierung der Gesellschaft“ durch immer weiterreichende Datenerfassungen bzw. der Generierung zuverlässiger Prognosemodelle eine bedeutende Rolle. Die Erfassung großer Datenmengen ist nicht per se schlecht, dahinter verbergen sich ebenso enorme Potenziale für die Zukunft der Geographie, nicht nur im Bereich Geomarketing. Methoden der sogenannten Volunteered Geography, bei der Laien als räumliche Datenerfasser dienen (Crowd Sourcing) können sehr schnell umfangreiche digitale Datensätze bereitstellen, die Frage nach der geforderten oder notwendigen Datenqualität bleibt offen.

Bezugnehmend auf den Keynote-Vortrag von Prof. Longley „Big Data Representations of the World in Motion“ werden hier unter anderem Fragen nach „OpenData und Datenschutz“ sowie „OpenData und Datenzugang“ diskutiert.

Montag, 2. Oktober 2017 | 15:30–17:00 Uhr | TH-204, 205, 206 (Theologicum)

Organisatoren: Inga Gryl, Antje Schlottmann, Itta Bauer, Verena Schreiber und Thomas Jekel 

Ausgehend von Margareth Robertsons´ Keynote-Vortrag “Sustainability and Geography education – A matter of perspective?” öffnet das World Café zwei thematische Perspektiven. Während der erste Teil des World Cafés die BNE ins Zentrum der Betrachtung rückt, richtet der zweite Teil des World Cafés den Fokus auf die Relevanz kritisch-reflexiver Ansätze für die Geographiedidaktik.

Perspektive 1: BNE im Kontext geographischer Bildung

Im ersten Themenkomplex stellt sich zunächst die Frage nach der Relevanz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in geographischen Bildungskontexten. Gleichsam soll den unterschiedlichen Bedeutungs-zuweisungen und der jeweiligen Deutungshoheit beteiligter Akteure nachgespürt werden. Ein Fokus liegt dabei auch auf der curricularen Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, für die der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung eine wichtige Grundlage liefert.

Perspektive 2: Kritische Geographie und Geographiedidaktik – eine zukunftsfähige Kombination

Im zweiten Teil des World Cafés soll diskutiert werden, wie kritische, reflexive Ansätze der Geographie und weiterer Fachwissenschaften die Geographiedidaktik bereichern können, indem sie einerseits eine Metaebene auf Fach und Unterricht eröffnen und andererseits die Entwicklung umsetzungsfähiger fachdidaktischer Konzepte voranbringen. Ziel der Sitzung ist eine gemeinsame Sammlung, Bewertung und Inwertsetzung derartiger Ansätze.

Dienstag, 3. Oktober 2017 | 13:45–15:15 Uhr | TH-204 (Theologicum)

Was ist zukunftsorientierter und guter Geographieunterricht? Wie gestaltet man den Unterricht, um die Schülerinnen und Schüler für die Geographie zu begeistern? Wie kann die fachdidaktische Theorie und Forschung Lehrkräfte in der Praxis dabei unterstützen?

Der Keynote-Vortrag von Frau Prof. Dr. Sybille Reinfried mit dem Titel „Was guten Geographieunterricht ausmacht“ dient als Ausgangspunkt für die World Café Diskussion. Im Vortrag wird der wissenschaftliche Kenntnisstand über erfolgreiches unterrichtliches Handeln aus geographiedidaktischer Sicht dargestellt.

Ausgehend von der Erfahrung und Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des World Cafés soll die Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten zu einem zukunftsorientierten Geographieunterricht erfolgen. Dabei soll ein Dialog zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Schulpraxis und Fachdidaktik entstehen. Ein inhaltlicher Fokus der Diskussion soll auf die Frage gelegt werden, wie die kognitive Aktivierung der Schülerinnen und Schüler gelingen kann. Die Bedeutung der Alltagskonzepte für den Lernprozess soll ebenso diskutiert werden wie die der Basiskonzepte der Geographie für die Unterrichtsgestaltung. Ein weiterer Fokus soll die Überwindung der Theorie-Praxis-Kluft zwischen geographiedidaktischer Forschung und Schulpraxis sein.